Samstag, 18. Februar 2012

ARD und ZDF für weitere Verschärfung des Urheberrechts

Ich kann ja verstehen, dass man sich bei ARD und ZDF danach sehnt, sich mal wieder mit Politik beschäftigen zu dürfen. Schließlich hat man fast alle kritischen Politmagazine durch quotenhheißerisches Weichspülfernsehen, Volksmusik und Kochsendungen ersetzt.

Nach meinem Verständnis gehört es aber nicht zu den Aufgaben öffentlich-rechtlicher Sender, sich aktiv in das poltische Tagesgeschehen einzumischen und zu Änderungen des Urheberrechts oder zur Unterzeichnung von ACTA aufzurufen. Genau das tuen aber jetzt die Vorsitzenden von ARD und ZDF - und zwar im Rahmen einer dubiosen "Deutschen Content-Allianz".

Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, welche Vorteile sich konkret die Öffentlich-Rechtlichen von so einem Vorstoß versprechen. Denn ich kann mir kaum vorstellen, dass der Musikantenstadl, Uta Danella oder Karnevalsitzungen zu den Inhalten gehören, die sich Jugendliche über Tauschbörsen ziehen. Offensichtlich möchte man die Aufklärung der "Generation, in der viele ohne jedes Unrechtsbewusstsein für "digitalen Diebstahl" aus Schule und Elternhaus in die große Welt des Internets entlassen" wurde mit dem Holzhammer durchsetzen.

Schade, dass Frau Piel und Herr Schächter sich -- statt alte Verwertungsmodelle zu verteidigen -- nicht intensiver mit innovativer Nutzung ihrer eigenen Materialien im Rahmen von offenen Lizenzen wie creative commons beschäftigen. Damit wäre der Zukunft des Urheberrechts sicher ein weitaus größerer Dienst erwiesen.

Dazu auch: Stefan Niggemeier: Konvergenz, Konsistenz, Inkontinenz: Die »Deutsche Content Allianz

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